Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Jesaja 66,13

Lesen Sie hier Gedanken von Pfarrerin Angelika Detrez zur Jahreslosung:

Jetzt machen wir erst einmal ein Pflaster drauf“, sagt die Mutter zu ihrem 4jährigen Kind.
Augenblicklich hört das Schluchzen auf, die Tränen versiegen langsam, das aufgeschlagene Knie wird wohl wieder heilen. Das Trostpflaster tröstet weniger durch sein Material als durch das zugesprochene aufmunternde und gute Wort der Mutter. Trost lässt den Schmerz weichen und weckt die Lebensgeister. Wir haben alle eine Erinnerung an Trost. Auch wer ungetröstet blieb, entwickelt Sehnsucht danach.

Der Vers aus dem Buch des Propheten Jesaja (66,13) malt das, was Gott für uns sein will, mit dem Bild von der tröstenden Mutter aus. Und sofort spüren wir, was es für uns bedeutet, wenn Gott uns zusagt, dass er unser Trost sein will. Denn in der Verheißung „Ich will euch trösten“ liegt das Versprechen: Ich bin bei euch, auch und gerade dann, wenn ihr meine Nähe und Unterstützung braucht. Und wie eine liebevolle Mutter, die ihr Kind  auf den Arm nimmt, nähre ich damit die Hoffnung in euch, dass es besser werden kann.

Dieses beides gehört zum Trost dazu: Die Nähe und die darin liegende Ahnung davon, dass das Leid sich wenden wird.

Trostpflaster gibt es für unsere körperlichen Verletzungen, aber auch für unsere seelischen Wunden. Das Bild zur Jahreslosung (Titelseite) zeigt ein Herz mit einem Trostpflaster aus Hansaplast. Es hat die Form eines Kreuzes und weckt Assoziationen. Das Kreuz ist der „Markenkern“ unseres christlichen Glaubens. Es verkörpert durch Jesus zwei Seiten: Leiden auf der einen und Hoffnung auf der anderen Seite. Wo wir dem Kreuz begegnen, zeigt es auf eine Wunde und ruft nach Heilung.
In unserem Land hoffen so viele Christen, dass aus dem fremden Flüchtling der Nachbar wird, dessen Namen ich kenne. Viele verschiedene Wunden haben Menschen, unterschiedlich tief und behandlungsbedürftig. Allen hilft ein Trostpflaster.
Also: machen wir uns auf zur „Apotheke Gottes“…wo immer sie sich finden lässt!

 

 

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob. Röm 15,7 (L)

Lesen Sie hier die Predigt von Pfarrer Thomas Stephan zur Jahreslosung.