Grenzerfahrung

Unter diesem Schlagwort finden 2015 bundesweit Veranstaltungen im Rahmen der „Ökumenischen Friedensdekade“ statt (www.friedensdekade.de).

Hinter dieser Kampagne verbirgt sich eine Aktion mit Geschichte. 1979 entstand die Idee dazu in den Nieder-landen und kam 1980 sehr schnell nach Deutschland. Die Initiative verbindet bis heute in den zehn Tagen vor Buß- und Bettag Menschen in Ost- und Westdeutschland, die sich mit friedenspolitischen Themen beschäftigen und damit einen Beitrag leisten, Mauern und Grenzen zu schleifen.

In diesem Jahr nun steht das allgegenwärtige Thema der Flüchtlingsproblematik im Fokus der Aufmerksamkeit. Seit dem Ende des 2. Weltkrieges waren nicht mehr so viele Menschen weltweit auf der Flucht wie heute. Dieses oft genannte Faktum fordert uns Christen in Europa heraus: Wie können wir dazu verhelfen, dass die Flüchtlinge hier eine neue Heimat finden? Wie kann eine gute Integration gelingen? Wie können wir Vorurteilen entgegenwirken und verhindern, dass neue Ghettos entstehen?

Die Friedensdekade möchte dabei auch hinter die Kulissen der Tagespolitik schauen. Sie forscht nach Ursachen und bringt das Thema als christliche Initiative ins Gebet.

So finden Sie in diesem Jahr wieder einen Reigen von thematischen, kulturellen und spirituellen Veranstaltungen in unserer Reihe, der Ihnen einen tieferen Einblick und Impulse zu diesem wichtigen Thema geben soll:

HART AN DER GRENZE
5. November, 19.30 Uhr, Gemeindezentrum, Gerauer Str. 52
Themenabend: Impulsreferat von Peter Oldenbruch, Pfarrer für Flüchtlingsarbeit. Was passiert aktuell an den Grenzen Europas? Was macht die europäische Politik?  Wie geht die Kirche damit um und was tut sie? Unser Themenabend geht zum Auftakt der Dekade mit Fragen wie diesen um. Wir laden dabei zur Begegnung mit Flüchtlingen in unserem Stadtteil ein.

Der Filmclub ist im Programm der Friedensdekade integriert. Er zeigt:
EIN SOMMER IN NEW YORK (The Visitor)
6. November, 20.30 Uhr, Bruchfeldstr. 51
Ein amerikanischer Witwer hat seine New Yorker Stadtwohnung seit dem Tod seiner Frau nicht mehr betreten. Doch ein dienstlicher Auftrag zwingt ihn dazu, in die Stadt zurückzukehren. Als er seine Wohnung betritt, stößt er auf ein Pärchen illegaler Flüchtlinge. Aus anfänglicher Irritation und Angst entwickelt sich eine Freundschaft. Der verwit-wete Professor findet wieder Lebensfreude. Doch der harte Alltag amerikanischer Ausländerpolitik beendet das ungewöhnliche, inter-kulturelle Sommermärchen.

Bitte beachten Sie, dass der Film ausnahmsweise im Gemeindehaus der Kath. Gemeinde Mutter vom Guten Rat, Bruchfeldstraße 51, gezeigt wird.

PARIS – Boulevard St. Martin No.11
13. November, 19.30 Uhr, Gemeindezentrum, Gerauer Str. 52
Lesung: Aus dem Leben eines jüdischen Antifaschisten und Kommunisten in der Résistance und der Bundesrepublik Peter Gingold, der lange Jahre in Niederrad gelebt hat, wirkte seit den 70er Jahren als Zeitzeuge, um über die Zeit des Faschismus, den Widerstand und über erneute Verfolgungen im Nachkriegsdeutschland zu berichten. Aus seinen Erinnerungen lesen die Töchter Alice Czyborra und Silvia Gingold, die in Niederrad aufgewachsen sind.


AUSGEGRENZT
14. November, 11.00 Uhr, Summstein auf dem Bruchfeldplatz
Stadtteilrundgang mit Robert Gilcher. Denunziation, De-portation und Dis-placed Persons. Niederrad zwischen 1940 und 1950.
Robert Gilcher führt durch den Stadtteil zu Orten, die von histori-schen Spuren erzählen, die Flücht-linge anderer Zeiten in Niederrad hinterlassen haben.

MIT MEINEM GOTT SPRING‘ ICH ÜBER MAUERN.

18. November, 19.00 Uhr, Kleine Kirche, Kelsterbacher Str. 41
Der ökumenische Gottesdienst zum Buß- und Bettag thematisiert die Erfahrung von Begrenzung und Ausgrenzung und erinnert an biblische Visionen von einer anderen Welt, in der Grenzerfahrungen nicht das letzte Wort über das Leben der Menschen haben.

Das Vorbereitungsteam der Ökumenischen Friedensdekade in Niederrad


Die Veranstaltungsreihe wird gefördert durch die Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

 

Programm für die Tasche: hier können Sie sich den Flyer zur Veranstaltungsreihe heunterladen.