Kirchentag 2017 in Berlin - Tagebuch

Kirchentag 2017 in Berlin

Mittwoch, der 24. Mai 2017
Alle Mitfahrer waren pünktlich am Treffpunkt Eissporthalle, so dass wir um 8.00 Uhr mit dem Bus nach Berlin aufbrechen konnten. Ein Großteil waren Jugendliche, die mit einem Jugendfarrer und einem weiteren Betreuer unterwegs waren. Die Fahrt verlief ohne größere Zwischenfälle. Lediglich vor Berlin gerieten wir in stockenden Verkehr. Johannes Herrmann; Pfarrer in Ruhe und zugleich Reiseleiter von evangelsich reisen, warb für alternative Angebote von Publik Forum rund um die Emmauskirche in Kreuzberg.

In Berlin wurde es seitens der Busfahrer hektisch. Es war geplant, die Mitfahrer von evangelsich reisen an der Haltestelle Mexicoplatz abzusetzen und mit den Jugendlichen einschließlich Betreuer zur Gemeinschaftsunterkunft zu fahren. Da die Busfahrer wegen anderer Aufträge schnell zurückfahren sollten gab es nur diese zwei Halte. Mangels ausreichender Parkmöglichkeiten am geplanten Halteort wich man auf die Krumme Lanke aus. Da eine Mitfahrerin von ihrer Gastgeberin abgeholt wurde, war es der Mitfahrerin aufgrund der Kürze der Zeit es nicht mehr möglich, den Ortswechsel mitzuteilen. Wie sich in dem Nachgespräch beim ERV herauskam, wurde der Halt kurzfristig von den mitreisenden Pfarrern umgeändert.
Beim Ausstieg kurz nach 15:00 Uhr wurde die Hektik fortgesetzt. Die Koffer, die vermeintlich unserer Reisegruppe zugeordnet waren, wurden auf den Bürgersteig gestellt und der Bus fuhr sogleich weiter. Dabei stellte sich heraus, dass zwei Gepäckstücke zu viel ausgeladen wurden. Also musste der Bus zurückfahren und die Gepäckstücke auflesen. Abgesehen davon, dass es eine Grundbedingung ist, dass der Fahrer so lange warten muss, bis sich die Gepäckfrage geklärt hat, verkehrte sich die erfoffte Zeitersparnis in eine Verspätung. Hier wären fünf Minuten Souvernität mehr gewesen.

Von der Krummen Lanke (südwestliche Endhaltestelle der Linie U3) fuhr ich bis zur Haltestelle Heidelberger Platz, um von dort mit der Ringbahn 41 drei Stationen bis zum Westkreuz zu fahren. Von dort ging es mit der S5 in westlicher Richtung zwei Stationen weiter bis zur Heerstraße. Hier bildete die Buslinie X34 den letzten Abschnitt des Transports zu meiner Unterkunft. Durch den Feierabendverkehr und Baustellen dauerte dies so lange, das die verbliebenen Fargäste in Alt-Kladow herauskomplimentiert wurden, um mit der Linie 134 die letzten Stationen bis zur Endhaltestelle zu fahren. Von dort war es ein kleiner Weg bis zum Peter-Faber-Haus, das mir für die Dauer des Kirchentags als Provatquartier zugeteilt wurde. Das Peter-Faber-Haus in Berlin-Kladow ist ein Senioren- und Pflegeheim für Priester und Brüder der Gesellschaft Jesu (Jesuiten). Einer der Brüder zeigte mir das Wesentliche, insbesondere wo man sich abends Getränke holen und bei Bedarf eine Schnitte Brot schmieren konnte. Die Putzfrau gab mir die Schlüssel für das Zimmer und die Haustüre.

Nachdem ich alles verstaut und mich ein wenig frisch gemacht hatte, fuhr ich mit dem Bus zurück, um ein wenig vom dem Eröffnungsgottesdienst zu erhaschen, da ich erst um 17:50 Uhr mit dem Bus losfuhr. Mit der S5 (Richtung Straußberg) fuhr ich bis zum "Zoo" und stieg um in U2 Richtung Pankow. Da ich mich für den Eröffnungsgottesdienst auf dem Gendarmenmarkt entschieden hatte, stieg ich an der Haltestelle Hausvogteiplatz aus. Dadurch das die Anschlüsse gut geklappt hatten, gelang es mir trotz Taschenkontrolle beim Einlass zum Gottesdienst die letzten Lieder und die Eröffnungsworte persönlich erleben.

Nach dem Eröffnungsgottesdienst ging es in den Abend der Begegnung. Dort stellen sich die Gemeinden und Institutionen der ausrichtenden Landeski.rche vor und bieten Speisen und Getränke an. Ich habe mich während der Busfahrt mit dem Essen zurückgehalten, um ausgiebig an den Ständen probieren zu können. So aß ich eine afghanische Linsensuppe (3,50 €), Vollkornfladen mit Speck und Schmand (3,50 €), zwei Schmalzbrote (1,00 €), Sushi koreanischer Art (eine große Portion für 5,00 €). Die Völlerei endete mit einer Bio-Currywurst (2,50 €) serviert mit einer selbstgemachten leckeren, scharfen Soße.



Zwischendurch nutzte ich eine Gelegenheit zum Mitsingen, schaute auf der Bühne 5 (Neustäder Kirchplatz) einer Gruppe (alphorn absolut berlin) von vier Alphornbläsern (eine Frau war mit dabei) zu. Auf die großen Konzerte vor dem Reichstag oder Brandenburger Tor hatte ich keine Lust, da hier erneute Personen- und Taschenkontrollen durchgeführt wurden. Ich genoß es, unbedrängt vom Autoverkehr durch die Innenstadt von Berlin zu laufen. Das wird mir so schnell nicht widerfahren.

Ein Konzert von Thilo Teschendorf aus Berlin mit seiner Band in der Mauerstraße (Bühne 8) war meine letzte Station. Hier wurde ein rockiges Lobpreis gespielt, das generationsübergreifend einen großen Anklang fand. Das spiegelte sich auch im Verkauf der CDs und den strahlenden Gesichtern der Band und deren Begleitpersonal wider. Für mich war es ein idealer Abschluss. Beschwingt ging ich zur Haltestelle Mohrenstraße und fuhr mit U2 und S5 bis zur Endhaltestelle Spandau.

Dort musste ich mit der Linie 134 weiterfahren. Die Linie X34 fährt nur montags bis freitags bis ca. 20.00 Uhr von der Heerstraße . Für einen Kirchentagsbesucher natürlich viel zu früh. So musste ich um kurz nach 23.00 Uhr die richtige Abfahrtstelle suchen. Bis ich die richtige unter den vielen Möglichkeiten gefunden hatte, fuhr mir der Bus fort. So hatte ich 20 Minuten Nachsitzen gewonnen. Um 0.30 Uhr kam ich in der Unterkunft an und fand etwa gegen 1.00 Uhr zur Ruhe.

Donnerstag 25. Mai 2017
Das Zimmer hatte Fenster zum Innenhof, der sehr schön bepflanzt war. Es war ein Blick ins Grüne, der den Augen sehr gut tat. Die idyllische, abgelegene Lage zog viele Vögel an, so dass  es morgens ein vielstimmiges Konzert gab. Ohne Wecker bin ich rechtzeitig um 6.00 Uhr aufgestanden. Vor dem Frühstück habe ich den parkähnlichen Garten erkundet.

Beim Frühstück kam ich mit den Priestern und Brüdern ins Gespräch. Es stellte sich heraus, das ein Preister in Kassel zur Welt kam. Auch wurde ich nach meinen Plänen für den Tag gefragt. Für diesen Tag hatte ich die Filmbibelarbeit herausgesucht, die in Friedrichshain stattfand, was einen sehr weiten Fahrtweg bedeutete. Diese Art der Bibelarbeit habe ich erstmalig in Hamburg erlebt und verbindet für mich als Filmfan in idealer Weise Wort und Bild.

Bei einem Bruder hatte ich mit meinen Plänen Interesse geweckt. Ich wies ihn darauf hin, dass er eine Eintrittskarte benötige. Er versicherte mir, dass das Peter-Faber-Haus eine Gemeinschaftskarte habe. Während der Fahrt erzählte er mir, dass er aus Schlesien stamme und in dem Orden als Gärtner und andere praktische Dinge zuständig sei. Wir kamen kurz vor Beginn der Bibelarbeit an. Da stellte sich heraus, das der Bruder lediglich eine übertragbare Fahrkarte für die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) hatte. Den Tagespreis konnte er nicht aufbringen. Er verschwand auch sehr schnell. Ohne dem Bruder nahe treten zu wollen hat man an diesem Beispiel gesehen, dass er durch das Leben im Orden mit solchen weltlichen Dingen keine Übung hat.

Die Filmbibelarbeit wurde gehalten von PD Dr. Inge Kirsner, einer Hochschulpfarrein aus Ludwigsburg, und Jakob Hoffmann, Jurymitglied der Evangelischer Filmarbeit, aus Frankfurt am Main. Diese Besetzung habe ich bereits im Hamburg 2013 kennen und schätzen gelernt.

Zum Bibeltext Lukas 1,39-56 -Maria und Elisabeth begegnen sich- konnten sich die beiden nicht auf einen gemeinsamen Film einigen. So stellte jeder zwei Ausschnitte aus seinem Film vor. Allein auf die Auswahl freue ich mich bereits, weil der religiöse Bezug der ausgewählten Filme für mich nicht offensichtlich ist, aber nach der Bibelarbeit nachvollziehbar wird.

Jakob Hoffmann hat Juno ausgewählt, ein Film von 2007, der von einem 16-jährigen Mädchen (Juno) handelt, die ungewollt schwanger wird. Der Kindsvater und sie planen nicht ein gemeinsames Leben zu führen. Trotzdem möchte sie das Kind austragen. und an ein gut situiertes Paar zur Adoption freigeben. Dies war der Moment der ersten Filmszene, als sich Juno mit ihrer Freundin trifft, um anhand von Zeitungsanzeigen das geeignete Paar zu finden.

Im Verlauf des Films finden aber Juno und ihr Freund zusammen und werden ein echtes Paar, wo hingegen die Wahleltern sich angesichts der bevorstehenden Geburt und Adoption immer mehr entzweien. Der Mann bekommt kalte Füße und flieht vor der bevorstehenden Verantwortung und spielt forthin im Film keine Rolle mehr. Es wird zwar nicht eindeutig gesagt, kommt aber in der ausgewählten Filmsequenz deutlich zum Ausdruck. Später treffen sich Juno und die Adoptivmutter zufällig in einer Shopping-Mall. Im Verlauf ihrer Unterhaltung führt Juno die Hand der Adoptivmutter auf ihren Bauch und lässt sie so das Kind spüren. Hier wird sieht Jakob Hoffmann einen Bezug zu Maria und Elisabeth. Die Adoptivmutter ist selbst nicht schwanger, wird aber durch Juno mit dem Wunder des Lebens konfrontiert.

Inge Kirsner legte die Bibelstelle anhand der im Jahre 2013 bis 2015 verfilmten Romantriologie „Die Tribute von Panem“ aus. Das Kapitol, das in einer nicht allzu fernen Zukunft das postapokalyptische Amerika beherrscht, regiert die 12 Distrikte, die als Zuliefererkolonien ausgebeutet werden und wo bittere Armut herrscht. Der angeblich zerstörte 13. Distrikt hat es gewagt zu rebellieren und wurde deswegen eliminiert. Um die Bevölkerung bei Laune zu halten, wurden vom Kapitol alljährliche Spiele geschaffen, zu denen jeder Distrikt ein Mädchen und einen Jungen abstellt, an deren Ende nur eine Person überlebt.
Im ersten ausgewählten Filmausschnitt wird die Auswahl in einem der Distrikte gezeigt. Das Los fiel auf die sehr junge Prim, die in dem Wettstreit absolut keine Chance gehabt hätte und somit dem Tod geweiht war. Um sie am Leben zu erhalten, meldet sich ihre große Schwester Katniss und opfert sich für sie. Sie agiert wie eine Mutter.
Im zweiten Filmausschnitt soll Katniss als Überlebende der Spiele den alten Herrscher, der unter anderem die grausamen Spiele verantwortet, durch einen tödlichen Schuss mit dem Pfeil töten. Neben dem alten Herrscher steht seine Nachfolgerin, die mit Unterstützung aus dem Volk an die Führungsposition gelangt ist, aber in gleicher Weise das Volk zu unterdrücken gedenkt. Die Hinrichtung hatte sich Katniss als Belohnung für ihren Sieg erbeten. Nachdem sie auf den am Pfahl gefesselten alten Herrscher angelegt hatte, veränderte sie blitzschnell ihr Ziel und erlegte die neue Herrscherin. Frau Kirsner interpretierte die Szene dahingehend, dass Katniss sich selbst heilt und nun für das ganze Volk die Verantwortung und somit die Mutterrolle, die laut Frau Kirsner in der Bibel durch Maria repräsentiert wird, übernimmt. Sie hat den Verantwortungsbereich im Vergleich zur ersten Szene ausgeweitet.
Die vielschichtige Gestalt der Maria in der Bibel wurde durch die unterschiedliche Filmauswahl sichtbar. Inge Kirsner, die wie sie sagte, katholische Wurzeln habe, entgegnete auf die Frage von Jakob Hoffmann, warum in der katholischen Kirche die Maria so verehrt wird und eine hohen Stellenwert hat, den sie in der evangelischen Kirche nicht einnimmt, dass in der katholischen Kirche sonst keine andere Frau aus der Bibel eine Rolle spielt. So fokussiert sich alles auf Maria. Gleichsam findet sie, dass ein wenig mehr Maria der evangelischen Kirche guttun würde.



Auf dem Weg zurück zur U-Bahnstation habe ich bewusst die Lavendelbeete wahrgenommen, die an den Zugängen zur Haltestelle angelegt worden sind. Auf dem Hinweg hatte ich keine Zeit und Muße dafür.

Mit der U2 Richtung Ruheleben fuhr ich bis zum Alexanderplatz. Unweit des Funkturms befand sich die Bühne an der St. Marienkirche, auf der eine Podiumsdiskussion zum Thema #SmartChurch Kontinent Internet ohne Kirche stattfand. Die Moderation hatte Ingo Dachwitz von Netzpolitik.org, Berlin. Im Verlauf der Diskussion wird er der Frage nachgehen, wie sich die Kirche auf das Internet einlässt. Gesetzt ist nach seiner Ansicht, das sich Kirche diesem Kommunikationsweg öffnen muss. (Anmerkung: Diese Frage wurde beim DEKT 2015 in Stuttgart während einer Veranstaltung zum Internetgottesdienst diskutiert.)

Fünf Projekte, die diese Kommunikationswege auf verschiedenen Arten und Weisen nutzen, wurden durch ihre Vertreter vorgestellt, die sich im Anschluss den Fragen des Moderators und des Publikums stellten. Geplant waren auch Abstimmung mit dem Publikum. Dafür wurden Zettel mit einer roten Hand einschließlich gestreckten Daumen (Ablehnung) und auf der Rückseite das gleiche in blau (Zustimmung) ausgeteilt.

Als erstes stellte Rasmus Bertram aus Frankfurt am Main (Er war auch an der eingangs genannten Diskussion auf dem DEKT 2015 dabei.) sublan.tv vor. Der Gottesdienst wird im Internet übertragen. Mit dieser Form soll die Beteiligung während des Gottesdienstes gefördert werden, Kommentare oder Beiträge werden während des Gottesdienstes entgegen genommen und nach einer Vorauswahl dem Prediger zur Verfügung gestellt, der dann diese Impulse in seine Predigt einfließen lassen kann oder zu konkreten Fragen und Anliegen Stellung nehmen kann. Eine weiterer Vorteil sei die Verfügbarkeit unabhängig von der räumlichen Entfernung. Sie können Gemeindemitglieder, die sich auf Dienstreise oder in einem Krankenhaus befinden, auch am Gottesdienst teilhaben.
Auf Nachfrage teile Herr Betram mit, dass die Umsetzung der Idee durch seinen Verzicht auf eine halbe Predigerstelle (von ursprünglich 100 %) und die fachliche Unterstützung durch die EKHN möglich wurde.

Johanna Waldmann, Pfarrerin in Bad Wildungen (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck), kam während des Studiums auf die Idee einen Twitteraccount #wasvikaresomachen einzurichten, um sich mit anderen Leidensgenossen über Themen der Ausbildung und Artverwandtes auszutauschen. Twitter ist ein Dienst, der eher themenbasiert ist. Viele Vikare auch aus anderen Landeskirchen haben sich dem Twitteraccount angeschlossen. Hierfür fand Johanna Waldmann einen schönen und treffenden Ausdruck „fernanwesend“. Für sie bietet die Kommunikation via Twitter das Potential zum Staunen und Begegnen. Sie sieht es als einen Auftrag an alle Gläubigen, im Netz präsent zu sein um so bei der Themen- und Informationsflut wahrgenommen zu werden.
In ihrem Vikariatskurs (20 Personen) gab es Widerstand zu ihrem Blog. Es kam zu einer intensiven Diskussion, ob sie die Inhalte in das Internet stellen darf. Es endete damit, dass Frau Waldmann noch stärker auf Anonymität achtete und den Blog ausschließlich in der Freizeit bediente.
Johanna Waldmann ist jetzt Pfarrerin für drei Gemeinden und entsprechend voll eingespannt. Dadurch kann sie ihre Internetaktivitäten nur noch im geringeren Umfang ausüben, ihre Blogs laufen jedoch selbstständig weiter.

Als Dritter stellte Fabian Kraetschmar von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) godspot vor. Godspot ist ein freies WLAN, das den freien Zugang in den Kirchen zum Internet sowie die Arbeit in und mit der Gemeinde ermöglicht. Es ist gesichert, werbefrei und aktuell an 148 Stellen der EKBO eingerichtet. Es ist für ganz Deutschland nutzbar, so können auch Gemeinden außerhalb der EKBO godspot nutzen und damit bundesweit werben.
Hierfür wurde ein Grundpaket angeboten, um die Kosten gering zu halten. Nach Fabian Kraetschmar wird dies zum Selbstkostenpreis angeboten.

Angesprochen auf die Reaktionen zu dem Projekt führte Herr Kraetschmar aus, dass es kirchenextern grundsätzlich positive Reaktionen gibt, kirchenintern es eher kritisch gesehen wird und auf das zweite Gebot verwiesen wurde.
Der Name godspot wurde  gewählt, um damit internationale Menschen und Gläubige
anzusprechen. Die Nähe zu hotspot wurde bewusst verwendet, um für internetaffine Menschen sichtbar zu sein.

Susanna Wolf, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Erlangen-Nürnberg, stellte ihr Projekt Multimediale (Dorf-)Kirche vor. Ein Projekthandbuch wird erarbeitet, um so für interessierte Gemeinden Grundlagen zur Verfügung zu stellen. Der Raum im Gebet ist unverfügbar, die dort geäußerten Gedanken, Wünsche, Bitten etc. verbleiben im Eigentum des Betenden. Sie gelangen nicht an die Öffentlichkeit. Die Datensicherheit ist sehr wichtig. Eintragungen im Gästebuch werden wie bisher mit einem Stift vorgenommen auf einem Gerät, das einem I-Pad ähnelt. Anschließend werden die Beiträge kopiert, eingefügt und schließlich digital gespeichert.

Zuletzt war Wolfgang Loest, Pfarrer aus rem Raum Detmold, mit seinem Snapchat-Adventskalender an der Reihe. Er ist Pfarrer im ländlichen Raum. Die Idee zu dem Projekt ist aus dem Konfirmandenunterricht entstanden. Stellvertretend dafür steht das Zitat eines Jugendlichen: Wir wollen zeigen, das Kirche nicht nur sonntags und langweilig ist. Die Eintragungen nehmen die Jugendlichen vor. Es können Worte, Zeichnungen, Grafiken etc. sein. In der Präsentation wurden einige Seiten des Adventskalender gezeigt, die ein freches, unverkrampftes Umgehen mit dem Glauben widerspiegelten ohne den Respekt zu verlieren. So brauchte Herr Loest bislang nicht einschreiten, um Beiträge zu zensieren. Die Nachrichten auf snapchat bleiben lediglich 24 Stunden erhalten. Nach einer Überzeugungsarbeit bei den Eltern der Konfirmanden gab es von dort Unterstützung. Die Reichweite des Adventskalender erstreckt sich bundesweit, aber auch darüber hinaus. Reaktionen und Follower gibt es auch in Warschau und in den USA.
Herr Loest erzählte, dass er an Weihnachten einen Jugendgottesdienst mit Rockmusik in der Gemeinde etabliert hat, was auch in den Adventskalender eingetragen wurde. Eine Leserin freute sich über die Einladung und zeigt großes Interesse. Es würde jedoch an den Eltern scheitern, die nicht bereit wären, die 100 km Entfernung am Heiligabend zu fahren (Anmerkung wofür ich vollstes Verständnis habe).

Aus dem Publikum gab es einige Nachfragen. Herr Betram wurde gefragt, ob es möglich sei im Verlauf der Predigten auf Anfragen etc. zu reagieren und ob die Qualität der Predigt nicht zu sehr dadurch leidet. Herr Bertram antwortete, dass es ein längerer Prozess sei, bis man mit den ständigen Reaktionen, die gewünscht sind und das Besondere des Onlinegottesdienstes seien, in die Predigt einarbeiten kann. Die Predigt ist nicht so geschliffen, dafür aber authentischer und näher dran an den Gläubigen. Seiner Meinung muss man zuerst an der Qualität des Internetangebotes arbeiten. Erst danach sollte man die Reichweite in den Blick nehmen.

Frau Westhoff, Internetbeauftragte der Nordkirche, vervollständigte nach einer Musikpause die Expertenrunde auf der Bühne. Sie führte aus, das die Kirchen nicht mehr die Institutionen sind, die sie mal waren. Um relevant zu bleiben, muss sich die Kirche vor Ort mit und bei anderen Organisationen einbringen, die dem Allgemeinwohl dienen. Als Beispiel nannte sie Initiativen im Rahmen von Stadtplanung.

Gegen Ende war die Diskussion für mich nicht mehr so interessant, da die Struktur in der Kirche angesprochen wurde.

Nach einer privaten Verabredung mit einer Verwandten ging ich in die nahegelegene Parochialkirche in der Klosterstraße 66. Dort gab es ein Abendgebet mit historischen Glockenspiel im Kirchturm. Es spielte Wilhelm Ritter, Diplom-Carillonneur aus Kassel, dem ich schon in Kassel zugehört habe, wenn er an der Karlskirche seine Glockenspielkunst darbietet. Mir schien es, dass die ausgewählten Stücke abgehackt gespielt wurden. Ich war ein wenig enttäuscht.

Ich blieb in der Parochialkirche, um den Westfälischen Saxophonikern aus Bielefeld zuzuhören. „Meine Seele erhebt ...“ Magnifisax nach J.S. Bach untermalt mit Wortwechsel mit Maria, die von drei Damen gelesen wurden. Es gab während der Aufführung Positionswechsel, so dass kleine Gruppen gegeneinander anspielten und ein anderes Klangempfinden erzeugt wurde. Teilweise wurden Stücke auch durch Eigenkompositionen oder Kompositionen, die im Stil von anderen Jazzmusikern wie z. B: Miles Davis gesetzt wurden mit eingeflochten. Die Zuhörer waren sehr gebannt und blieben zumeist bis zum Ende der Aufführung. Ich war angenehm überrascht und ging zum musikalischen Kontrastprogramm.

Auf dem Alexanderplatz trat eine Indie-Rock Formation aus dem Libanon mit dem Namen Who killed Bruce Lee auf. Um es vorweg zu sagen, diese Gruppe spielte Hardrock, begeisterte aber viele Menschen. Der Hauptteil des Publikums war zwischen 15 und 30, aber auch kleine Kinder hatten auf den Schultern ihrer Väter Spaß und feuerte die Band mit den gleichen Gesten an wie die „Großen“. Aber auch von meinem Alter + gab es einige Zuhörer. Aus Rücksicht vor meinen Ohren habe ich verzichtet, der Band ganz nahe zu sein. Trotz der harten Musik tritt die Band mit ihren Liedern für ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Religionen ein.  Ein Mitfünfziger sagte zu mir, dass sei besser als die Wise Guys (Einspruch meinerseits: Die Wise Guys verkörpern mit großer Könnerschaft eine andere Musikrichtung.) und man sollte ein Foto von der tanzenden Menge schießen, um den Leuten zu Hause zu zeigen, dass der Kirchentag nicht langweilig ist.

Nach dem Konzertende bin ich direkt mit der S5 bis Spandau gefahren. Die Wartezeit bis zum nächsten Bus verkürzte ich mir mit einer Falafel mit scharfer Soße. Es schmeckte gut. Diesmal kam ich kurz vor Mitternacht zu meiner Unterkunft zurück.

Freitag 26. Mai 2017
Für diesen Vormittag stand Potsdam im Mittelpunkt meines Interesses. Von der Bushaltestelle fuhr stündlich die Buslinie 697 bis nach Potsdam zur Straßenbahnhaltestelle „Am Schragen“. Die Busfahrt führte an der Havel entlang und durch große Waldstücke. Allein der Stadtteil Sakrow erstreckte sich über eine große Fläche.
Mit den Straßenbahnlinien, die alle fünf Minuten Richtung Innenstadt fuhren, war ich schnell am Landtag. In der gegenüberliegenden Nikolaikirche hielt Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, stellvertretender Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung die Bibelarbeit zum 1. Mose 33, 1-17.

Er stellte dieses Zusammentreffen der Brüder in Bezug zu der Vorgeschichte von Esau und Jakob im besonderen und zu den Brüderzwisten der Bibel. Transportiert in die heutige Zeit stehen für ihn anstelle der Brüder die Staaten. Die Bibel gibt für Herrn Edenhofer eine Entwicklung vor. Die erste Brudergeschichte mit Kain und Abel endete tödlich, hier ist nach der Interpretation von Herrn Edenhofer der Mord eine Gründungsvoraussetzung für Zivilisation und Staatenbildung.

Bezüglich Esau und Jakob gab Herr Edenhofer einen Rückblick auf den Verkauf des Erstgeburtsrechtes für eine Linsensuppe, die Erlangung des Segens für den Erstgeborenen durch seinen blinden Vater, den er mit Hilfe seiner Mutter betrog, indem er seine Hände und Unterarme mit Fell bekleidete. Nach dieser List floh Jakob aus Angst vor der Rache seines Bruders zu seinem Onkel. Unterwegs träumte er von der Himmelsleiter, was Herr Edenhofer als neue Perspektiven deutet. Bei seinem Onkel wurde Jakob selbst betrogen. Entgegen der getroffenen Absprachen wurde Jakob zuerst mit Lea verheiratet, bevor er nach weiteren sieben Jahre Dienst Rahel zu Frau bekam. Als er  nach Hause zurückkehrte, dachte Jakob an seine Listen und Lügen gegenüber Esau und bereitete sich auf die Begegnung vor. Im Gegensatz zu Kain und Abel ging diese Konfrontation nicht tödlich aus. Der Frieden zwischen diesen beiden war nur möglich durch die Klugheit und Einsicht Jakobs seinen Beitrag zu leisten und die beiderseitige Akzeptanz des Planes. Frei übersetzt auf die heutige Zeit geht es um die gerechte Nutzung der Güter.

Die Geschichte von Josef und seinen Brüdern ist die Fortsetzung der Brüderzwiste in der nächsten Generation. Durch den Verkauf von Josef an Sklaven gab es keine direkte Konfrontation zwischen den Brüdern, wenn man so will, eine Fortentwicklung. Beim Pharao machte Josef Karriere, wurde zum obersten Verwalter und etablierte antizyklisches Handeln, er ist sozusagen der erste Nationalökonom. Er lies in den guten Jahren etwas zurücklegen und speicherte es, um somit einen Vorrat für die mageren Jahre zu haben. Die spätere Aussöhnung der Brüder transferiert Herr Edenhofer in die heutige Zeit als die gerechte Verteilung der Güter. Er sieht Josef als den Prototyp seines Berufes an. Die heutige Zivilisation benötigt den Lastenausgleich.
Von der Bibelauslegung schlug Herr Edenhofer einen Bogen auf das Pariser Abkommen 2015, das festhält, dass die Atmosphäre Allgemeineigentum aller Menschen und Nationen sei. Dies finde sich auch in der Enzyklika des Papstes wider. Der Speicherplatz für die Aufnahme von CO2 sei begrenzt. Unsere aktuelle Lebensweise türmt Klimaschulden für die nächsten Generationen auf. Die Gier muss bezwungen werden. Als Weg sieht Herr Edenhofer eine gerechtere Steuer- und Finanzpolitik. Es sei ein Möglichkeitssinn notwendig, um neue Perspektiven zu schaffen und ein Umdenken in Gang zu setzen.
Auf den Zwischenruf, wo denn die Armen bleiben, verwies Herr Edenhofer auf die flankierenden Pläne.

Nach der beeindruckenden Bibelarbeit hatte ich ein angeregtes Gespräch mit meinem Sitznachbarn. Ich wandte ihm gegenüber ein, dass die Steuerlösung nicht den Armen hilft, weil diese nicht oder nur in geringem Umfang direkte Steuern zahlten.
Dem stimmte er zu und erwähnte, für seine Steuererklärung zwei bis drei Tage zu benötigen. Er habe ein insolventes Unternehmen übernommen, dass er neben dem enormen zeitlichen Aufwand und Einsatz nur deshalb im Gang bekommen kann, indem er die Verluste mit den Gewinnen aus seinen anderen Geschäften verrechnen könne. Diese Möglichkeit stehe einem Neuanfänger gar nicht zur Verfügung. Er könne dieses Risiko seriös gar nicht übernehmen und tragen.

Auf der gegenüberliegenden Seite des alten Marktes befindet sich der Landtag von Brandenburg. In dessen Plenarsaal fand im Rahmen der Podienreihe Polen und Deutschland die thematische Veranstaltung HateSpeech Mit Worten fängt es an? statt. Neben der Einlasskontrolle, bei der auch in die Taschen geschaut wurde, fand sich auf den Sitzplätzen ein Willkommensgruß für die Teilnehmer des Kirchentages in Form einer Karte von der Präsidentin des Landtages Brandenburg. Ich fand dies eine nette Geste.
Vom Platz der Frau Dr. Münch (SPD-Fraktion) aus verfolgte ich das Diskussionsforum, das von Florian Kellermann, Osteuropa-Korrespondent des Deutschlandradios, geleitet wurde, der in Warschau lebt und somit aus eigener Erfahrung berichten konnte. Zuerst wies er noch auf die Nutzung der Kopfhörer hin, die gegen Hinterlegung der Dauer- oder Tageskarte ausgehändigt wurden. Je nachdem, ob im Forum Deutsch oder Polnisch gesprochen wurde, wurde von den Simultanübersetzerinnen in die andere Sprache übersetzt. Durch die Wahl des entsprechenden Kanals konnte man die benötigte Sprache einstellen.

Zur Einstimmung in das Thema wurden vom Frank Rüdig, Theater im Schuppen, Frankfurt/Oder und ein Schülerin, Schüler und einer Lehrerin(?) des Karl-Liebknecht-Gymnasiums Frankfurt/Oder Einspielungen mit den gängigen, gegenseitgen Vorurteilen aufgeführt. Dazu standen sich die Darsteller auf Podesten gegenüber, die über den Plenarsaal verteilt waren.

In seiner Einleitung führte Herr Kellermann aus, warum der Titel HateSpeech anstatt Hassrede lautet. Die Hassrede gründet auf einen Dialog oder eine Art Vorlesung. Sie ist nicht so umfassend wie der englische Begriff, der auch Unterstellungen, Verbreitung von Gerüchten etc. beinhaltet.
Weiterhin schilderte Herr Kellermann seine eigenen Wahrnehmungen und Erfahrungen mit HateSpeech. So wurde während des Ukrainekonfliktes die Ukraine von ihren Gegnern als Hure der NATO beschimpft. In Polen wurde er angesprochen, ob er mit einem SS-Mann mit dem gleichen Familiennamen verwandt sei, denn er schriebe ja in der Tradition der Nazis.

Als erster Gast gab der Sozialpsychologe Prof. Dr. Michal Bilewicz aus Warschau anhand einer Präsentation eine kleine Einführung in das Thema. Er sprach von einer Epedemie der HateSpeech. Sie wird von der Art der Berichterstattung beeinflusst. Ungeachtet seiner politischen Haltung sollte ein Journalist ausgewogen informieren. Als Gegenbeispiel führte Herr Bilewicz FOX News an. Als 500 Flüchtlinge auf ihrer Flucht über das Mittelmeer umkamen, waren diese Menschen bei FOX potentielle Attentäter. Diese Haltung ist auch in Polen sehr verbreitet, obwohl dort sehr wenige Flüchtlinge leben.

Philipp Fritz, Journalist der Berliner Zeitung, ist beruflich öfter in Warschau tätig. Er traf sich mit einem polnischen Freund in einem bekannten Lokal in einem Studentenviertel. Als sein Freund gerade auf Toilette war, wurde Herr Fritz wegen seines Deutschseins von einem anderen Gast angefeindet, der auf einer der besten Universitäten studiert hatte. Die Stimmung wurde immer bedrohlicher, so dass Herr Fritz mit einem Taxi nach Hause fuhr. Dies war das erste Mal, dass er in diesem Lokal angefeindet wurde. Nach seinen Beobachtungen färbt der politische Diskurs auf die Bevölkerung ab. Auch von seiten der Regierung wird mit falschen Aussagen und Unterstellungen beispielsweise gegen Flüchtlinge und Deutschland agitiert.

Magdalena Kicinska, Journalistin für die Gazeta Wyborcza aus Sekowa, ordnet sich als linksliberale Journalistin ein. Nur aufgrund ihrer Haltung wird sie mittlerweile stark angefeindet und sogar angespuckt. Ihre Zeitung ist sehr renommiert, wird aber von vielen Menschen nicht mehr als polnische Zeitung angesehen, sondern lediglich als polnischsprachige Zeitung. In dem Hass dieser Leute wird alles vermischt, deutsch, jüdisch, freimaurerisch. In diesem Klima stellt sich die Frage nach der Grenze der Meinungsfreiheit. Frau Kicinska will trotz der Anfeindungen ihre Arbeit wie bisher fortsetzen. Sie sei gerade in diesen Zeiten so wichtig wie noch nie zuvor.

Danach wurde wie überall auf dem Kirchentag um 12.00 Uhr eine Schweigeminute für die Flüchtlinge begangen.

Prof. Dr. Rafal Pankowski, Politologe und Rassismusforscher, Herausgeber des Magazins „Nie wieder“ sieht das 2015 als Wendejahr in der Wahrnehmung der Flüchtlinge an. Seitdem sind die Flüchtlinge stärker in den polnischen Medien vertreten als sie dort tatsächlich vorkommen. Mittlerweile beleidigen sich die kleinen Kinder mit dem Begriff„ Flüchtling“.
Herr Pankowski zeigte anhand eines Vorfalls im September 2016 auf, wie sehr die Gesellschaft verroht und von Hass geprägt ist. Ein polnischer Professor wurde in der Straßenbahn zusammengeschlagen, weil er deutsch sprach. Es ist die Jugend, die besonders fremdenfeindlich gestimmt ist, obwohl sie in der Demokratie aufgewachsen sind.
Die Fremdenfeindlichkeit lässt sich auch an der Beteiligung der Aufmärsche der extremen Rechten am 11. November, dem polnischen Unabhängigkeitstag, nachvollziehen. Bei den ersten Märschen in 2009 nahmen nur die Skinheads und einige wenige Anhänger der extremen Rechten daran teil. 2010 waren es bereits 3.000 Teilnehmer. Aktuell sind es 50.000 bis 100.000. Es ist zu beobachten, dass die extrem Rechten immer mehr Feiertage für sich vereinnahmen.

Für die Verrohung des Sprache und der Umgangsformen ist auch die Kirche verantwortlich, inbesondere Radio Maryja, der von vielen katholischen, konservativen Rentnern gehört wird, äußert sich fremdenfeindlich.

Die Zeitungen und Internetseiten lassen fremdenfeindliche Kommentare ungeschützt oder unkommentiert in ihren Medien zu. Sie versprechen sich daven mehr Leser bzw. Follower.
Frau Kicinska würde sich mehr Eintreten der Kirche für die Flüchtlinge wünschen. Derzeit fördert sie (i. S. v. Gesamtkirche) das fremdenfeindliche Verhalten durch Stillhalten.

Selbst der Papst wird in Polen stark angegriffen. Herr Kellermann führte aus, das der Papst Franziskus die konservativen Kräfte nicht eindämmt. So wurde mit Marek Jedraszewski ein sehr konservativer Geistlicher und Kritiker des Papst Franzikus bezüglich dessen Haltung zu den Flüchtlingen zum Erzbischof von Krakau ernannt. Von daher sieht Herr Kellermann eine Diskrepanz der Worte des Papstes zum Flüchtlingsthema mit seinen personellen Entscheidungen.

Auf die Abschlussfrage von Herrn Kellermann, was man gegen HateSpeech tun könne, äußerte Herr Bilewicz, dass Polen früher ein multikulturelles bzw. heterogenes Volk war und er die Hoffnng hege, dorthin wieder zuzückzukommen.

Danach wollte ich die Zeit nutzen, um in Potsdam Bautzener Senfaufstriche zu besorgen. Letztes Jahr hatte ich diese in Dresden im Konsum bekommen. Trotz Befragen von mehreren Passanten konnte mir keiner sagen, ob es überhaupt noch einen Konsum in Postdam gibt. Dabei waren auch ältere Damen, von denen ich am ehesten Hinweise erwartet hätte. Es schien mir, dass ich mit meiner Frage erst einen Mangel aufgedeckt habe. Mit dem Verschwinden des Konsum ist wohl auch ein klein wenig Identität aus „DDR-Zeiten“ weggebrochen.
Einige Damen hatten mich an das Kaufland in der Bahnhofspassage verwiesen, wo ich auch fündig wurde.

Wo ich schon einmal am Bahnhof war, fuhr ich mit der S7 bis zum Westkreuz und von dort mit Ringbahn 41 eine Station zur Haltstelle Messe Nord/ICC. Auf dem Weg zur Messe gab es einige Menschen, die Gratisbücher von Luther und Bibeln etc. verteilten.

Es war heiß und stellte ich mich zur der erwartungsvollen Menschmenge, die zumeist im Schatten wartend dem Kabarett von Prof. Dr. Oko Herlyn aus Duisburg beiwohnen wollten. Nach dem Einlass war die Halle knallvoll und damit wurde es gleich sehr stickig. Ob es die schlechte Luft, der Schlafmangel der vorhergehenden Tage oder das nicht ganz so zündende Programm war, dass mich ermüdete, kann ich nicht genau sagen. Mir fielen während der Aufführung die Augen zu.

Es gingen auch sehr schnell einige Leute fort, scheinbar kam Herr Herlyn auch bei ihnen nicht so gut an. Am Ende der Vorstellung waren gerade mal die Häflte der Zuschauer noch anwesend.

Von der Haltstelle Messe Süd ging es mit der S5 Richtung Spandau ging es eine Station bis zur Heerstraße, um dort den X34 bis zur Haltestelle Alt-Kladow zu nehmen. Unweit der Haltestelle auf der anderen Straßenweite befand sich das Gemeindehaus der Kirchengemeinde Kladow, wo das Feierabendmahl der Kirchengemeinden im Spandauer Süden und ihren Gästen stattfand.

Aufgrund des guten Wetters war nicht nur im Gemeindehaus gedeckt, auch auf dem Freisitz waren Bierzeltgarnituren aufgestellt. Zwei Damen von den ausrichtenden Gemeinden betreuten unseren Tisch. Eine von ihnen half auch bei den Gemeinschaftsunterkünften.

Musikalisch umrahmt wurde das Feierabendmahl dem Posaunen4tett Zug um Zug und dem Gospelchor Power People aus Mannheim, der in der dortigen Alt-Katholischen Kirchengemeinde beheimatet ist. Wie auf ihrer Homepage zu lesen ist, gehören die Chormitglieder unterschiedlichen Konfessionen an und unterstützen den ökumenischen Gedanken.

Auf den Tischen war schon der Brotbelag gedeckt. So konnte der Gottesdienst beginnen. Neben mir hatte sich ein Paar aus Erlangen gesetzt, die in der zuvor genanten Gemeinschaftsunterkunft mit einer Gruppe von 45 Jugendlichen untergebracht sind. Der Gottesdienst war stimmungsvoll, nach dem Abendmahl wurden diverse Brotsorten an die Tische gebracht. Es war ein schöner Abendausklang, bei dem viel gesungen wurde.

Es war das erste Mal, dass ich an einem Feierabendmahl teilgenommen habe. Im weiteren Verlauf des Abends konnte ich auch Herrn Husmann treffen und mich bei ihm – auch mit einem kleinen Gatstgescheck - bedanken, dass er mir die Unterbringung ermöglicht hat. Herr Husmann ist eine Art Geschäftsführer des Pflege- und Seniorenheims.

Samstag 27. Mai 2017
Für diesen Tag lag mein Schwerpunkt auf der Messe. Meine Wunschbibelarbeit wurde abgesagt. Sie hätte von Michael Müller, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, gehalten werden sollen.

So ging ich nebenan zu Father Heikki Huttunen, Generalsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen. Herr Huttunen ist ein orthodoxer, finnischer Priester. Er hielt seine Bibelarbeit auf Englisch. Eingangs erinnerte er an die Opfer des Attentats in Kairo und hoffte auf ein gedeihliches Zusammenleben von Christen und Muslime. Der Text der Bibelarbeit steht in Lukas 19,1-10.
Die Politik oder Wirtschaft ist nicht der Weg zur Erlösung. Dies kann nur spirituell erfolgen, das Christsein, Glauben und Erlösung geschieht immer sofort. Weil Jesus auf Zachäus zugekommen ist, begegnen sich Gottes Sohn und die Menschen auf einer Ebene.
Ein Gedanke von Herr Huttungen stach heraus: „Wenn alles im Leben richtig läuft, muss man sich fragen, was ich falsch gemacht habe?“

Im CityCube, Ebene 2, Halle B, nahm ich an der Veranstaltung Wieviel Krieg braucht der Frieden? Gewalt und Gewaltfreiheit im Umgang mit Konflikten teil. Die Moderation hatte Axel P. Schröder vom Deutschlandradio.
Die Teilnehmer des Podiums waren Prof. Dr. Véronique Zanetti, Philosophin aus Bielefeld, Dr. Sigurd Rink, Evangelischer Militärbischof und Paul Bekkers, Direktor des Büros des OSZE-Generalsekretärs.

Frau Zanetti führte mit einem Vortrag in die Thematik ein. Der Titel der Veranstaltung ist eine Anspielung auf ein Sprichwort won Cicero: „Wenn Du Frieden willst, rüste zum Krieg.“ Frau Zanetti setzte einen anderen Akzent entgegen. Wenn Du Frieden willst, schaffe die Gründe ab. Ein innerstaatlicher Friede ist ohne einen globalen Frieden unstabil. Der globale Frieden braucht verbindliche, aber gerechte Institutionen, an denen möglichst alle Staaten beteiligt sind.

Die vielen Kriegschauplätze aktuell (Syrien, Jemen, Afghanistan, Sudan, Lybien, ...) gefährden das Leben der dort lebenden Menschen. Durch Völkermigration und terroristische Angriffe werden auch die Gesellschaften in Europa in die Konflikte mit einbezogen. Als Reaktion werden die Errungenschaften, die von der Nachkriegsgeneration als Folge der zwei Weltkriege aufgebaut wurden, aufgegeben:
Nationale Egoismen werden wieder hoffähig.
Der Ruf nach Polizeischutz und Grenzsicherung wird lauter.
Ressentiments gegenüber Fremden nehmen zu.

Der Erhalt einer toleraten, demokratischen, postnationalen Europäischen Union ist gefährdet.

Innerstaatlicher Friede
Er bedarf einer gesellschaftlichen Rechtsordnung. In ihr sollte sichergestellt sein, das die Einzelfreiheit durch die Freiheit aller begrenzt ist. Frau Zanetti verwies auf die Formel von Immanuel Kant: Handle so, dass Deine Freiheit mit der Freiheit von jedermann nach einem allgemeinen Gesetz bestehen kann.
Mit anderen Worten: Gesetze sind dann – und nur dann – legitim, wenn sie das Ergebnis einer Entscheidung sind, an der alle Betroffenen gleichberechtigt teilhaben. Solange eine gerechte Ordnung die Interessen aller berücksichtigt, gibt sie niemandem Anlass, seine Ansprüche gewalttätig durchzusetzen.

Globaler Frieden (Frieden zwischen den Staaten)
Grundlage hierfür ist eine internationale Friedensordnung. Unter Frieden kann man zweierlei verstehen. Ein Konflikt kann durch einen Friedensvertrag beendet werden. Dabei hat der Begriff „Friede“ eine negative Bedeutung. Friede ist damit die Abwesenheit von Krieg.  In diesem Zusammenhang ist auch das Mittel des Bedrohungs-Gleichgewichtes einzuordnen.

Die andere Auslegung des Friedens umfasst die Herrschaft einer gerechten politischen und sozialen Ordnung. Einer der Gründe für Konflikte ist die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. Hier sieht Frau Zanetti auch die westlichen Mächte in der Verantwortung, die an zwei Mechanismen deutlich werden:
ökumonisch-strukturelle Ausbeutung
Im internationalen Recht gibt es Konventionen und Abkommen für Handel, geistiges Eigentum, Arbeitsbedinungen und mehr. Dies hat einen bedeutenden Einfluss auf den Lebensstandard der betroffenen Personen und Länder. Sie werden von den reichen Nationen ausgehandelt und dienen deren Interessen.
Den afrikanischen Ländern zum Beispiel gehen durch Exportsubventionen aus den EU-Ländern oder durch den Verlust an Exportgelegenheiten aufgrund des Zoll-Protektionismus der reichen Länder jährlich Hunderte von Milliarden Dollar an Exporteinkünften verloren.
Und jeder Einspruch gegen die unfairen WTO-Regeln würde scheitern, denn eine Klage gegen die USA oder EU hat keine Aussicht auf Erfolg.
Ausbeutung durch Intervention
Durch vielfache Interventionen gerade im Nahen Osten wurden demokratisch gewählte Präsidenten (z. B. Mossadegh, Iran 1953) oder Diktatoren (z. B. Gaddafi, Lybien 2011) gestürzt. Die Interventionen des Westens haben zum Zerfall des Staates geführt, zum Erstarken radikaler islamistischer Kräfte und zur Flucht von Millionen Heimat- und Hoffnungsloser.
Es ist beschämend, dass weder die USA noch Großbritannien Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan oder Irak in nennenswerter Zahl aufnehmen.

Ein Regelwerk kann nur dann funktionieren, wenn die Interessen aller Betroffenen berücksichtigt werden und die Konditionen für alle gleichermaßen fair sind.

Herr Bekkers informierte, dass der OSZE 57 Teilnehmerstaaten angehören und Entscheidungen nach dem Konsensprinzip gefällt werden. Von der praktischen Arbeit berichtete er, dass die Einbindung von Frauen in den Gremien zu besseren Ergebnissen führt. Insoweit ist Gender ein wichtiges Thema. Aktuell sind 3.000 Mitarbeiter im Einsatz.
Auf eine Nachfrage zum Prinzip der Waffenlosigkeit antwortete Herr Bekkers: „Wenn du bewaffnet bist, provozierst du. Die Antwort ist Gewalt“.

Die Musikgruppe Naschuwa steuerte zu diesem Thema eine Anekdote bei: Während des 1. Weltkrieges sprach der Hauptmann zu seinen Leuten vor einer Schlacht: Jetzt wird es ernst. Wir können alle sterben. Es geht Mann gegen Mann.
Da meldete sich der Gefreiter Kohl, der zum ersten Mal im Kreigseinsatz ist: „Entschuldigen Sie, Herr Hauptmann, können Sie mir meinen Nächsten zeigen? Ich möchte mich gerne gütlich mit ihm einigen.“

Herr Rink, wies zu Anfang hin, dass er der Bischof für das Militär sei und die Kosten von der EKD getragen werden. Er blickte zurück auf den Bittgottesdienst für den Frieden des Vortages. Er wurde durch 2 Aktivistinnen gestört, die sich als Pfadfinderinnen getarnt abgeseilt hatten. Ein Evangelischer Verein gegen Kriegsdienst äußerte Kritik an der Teilnahme von Frau von der Leyen an der Dialogpredigt.

Herr Rink nannte auf Nachfrage die Bedingungen, die erfüllt sein müssten, damit die EKD einen Krieg billigt. In der Friedensdenkschrift von 2007 sind diese festgelegt:
Prävention (z. B. bei Völkermord) und Wiederaufbau
klares Mandat der internationalen Völkergemeinschaft

Aus dem Publikum wurden einige Fragen an die Podiumsteilnehmer gestellt:
Tyrannenmord – Ist eine Intervention gerechtfertigt?
Gaddafi und Hussein waren schlimme Machthaber. Allerdings hat sich die Lage in den Staaten nach deren Entmachtung wesentlich verschlechtert. Wenn man Interventionen vornimmt, ist der Wiederaufbau eine Aufgabe, die eine Generation dauert. Hier wurde auf die Lage von Deutschland und Japan nach dem 2. Weltkrieg verwiesen. Wenn kürze Fristen genannt werden, ist dies nicht seriös, wie man aus leidvoller Erfahrung gelernt hat. Das größere Problem ist die Arbeit nach dem Krieg.

Wie kann die OSZE die Neutralität wahren?
Herr Bekkers verwies auf die Gründung der OSZE, die UN- und Warschauer Pakt Länder einschloß, die auf gleicher Ebene agierten. Allerdings muss die internationale Gemeinschaft handlungsfähiger werden.
Solange Deutschland Waffen exportiert, kann es nicht glaubhaft Frieden einfordern.

Herr Rink vertritt die Auffassung, dass es keine Waffenexporte in Kriegsregionen geben darf, die Wirtschaft ist stark genug.

Herr Bekkers vermisst Investitionen in den Dialog. Man schaut nur auf die Wirtschaft.

Frau Zanetti verwies auf die neuen Formen der Konflikte. Derzeit finden ein siebtel der Konflikte zwischen Staaten statt. Terrorismus und Privatkriege haben eine Gewaltökonomie befördert, was auch Drogen- und Menschenhandel einschließt. Das wirksamste Mittel wäre die Austrocknung der Geldquellen. Gleichzeitig muss es für die Bevölkerung Alternativen geben, damit sie den Lebensunterhalt bestreiten können.
Herr Rink bezog sich auf Frau Zanetti und verwies auf Afghanistan, wo man mit Rosen und Safran versucht, den dort lebenden Menschen neue Perspektiven zu bieten.

Gefragt, wie er die Kriegseinsätze beurteile, antwortete Herr Rink, es sei schwer für ihn dies zu tun. In Afghanistan gibt es kein Mandat für die Peschmerga, gleichwohl waren aber die Bischöfe und Geistlichen vor Ort über das Eingreifen froh und fühlten sich dadurch geschützt.

Er wies auch auf das Projekt zu den posttraumatischen Belastungsstörungen hin, das derzeit stark nachgefragt (1.200 Familien) wird. Leider wird diese wichtige Arbeit nicht staatsfinanziert, sondern aus Kirchensteuermitteln.

Am Ende der Veranstaltung wurde eine Resolution merhehitlich verabschiedet, wonach die Bundesregierung die Finanzierung von 4 Millionen US-Dollar sicherstellen soll, damit ein unparteiischer, internationaler Mechanismus geschaffen werden kann, der die Kriegsverbrechen und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Syrien untersuchen kann.

Nach der Diskussion habe ich im Gläsernen Restaurant gegessen. Trotz der langen Schlange ging es schnell voran. Es war wie immer gut organisiert. Es gab Gerahmte Suppe von Brunnenkresse und Schalotten und als Hauptgang Kohlrabi mit Grünkern-Feta-Häubchen, Kartoffelstampf und Kohlrabiblattpesto.

Während des Essens gab es in der selben Halle ein offenes Singes des Projektchores Kreuz und quer aus Ludwigsau. Die Musik tat mir gut, also habe ich nach dem Essen ihnen zugehört und mitgesungen.

Anschließend schlenderte  ich über den Markt der Möglichkeiten, allerdings hatte ich nicht mehr viel Zeit. Mein Interesse hat vor allen der Stand der brokenhearts-Stifung gefunden, die sich gegen Menschhandel in jeglicher Form wendet.

Weitere interessante Internetadressen:
www.correctiv.org
www.radiodarmstadt.de

Bei dem Stand des Zentrums Taufe aus Eisleben, konnte man aus Körben Papierrosen ziehen. Deren Blütenblätter waren nach innen gefaltet und bedeckten so den Bibelvers. Erst im Wasser entfalteten sie sich. Als Gegenleistung sollte man selbst eine Rose basteln, um auch anderen Menschen eine Freude zu bereiten und den Nachschub an Papierrosen zu sichern. Bei der Suche nach einem Bibelvers stand eine Bibel zur Verfügung.
Bei dem Stand der französischen Protestanten Le Pont gab es schön gestaltete Postkarten sowie Prospekte für evangelische Hotels in Paris und Sète (Hafenstadt an der Mittelmeerküste). Am Stand habe ich auch einen sehr leckeren Kastaniensirup mit Wasser verdünnt getrunken.
Außerdem hatte mich das Ökumenische Forum HafenCity aus Hamburg interssiert. Ich hatte im Vorfeld davon gehört und mir an dem Stand weiteres Informationsmaterial zu diesem Thema besorgt.

Um 17.30 Uhr schloß der Markt seine Pforten, so dass ich angesichts der kurzen Zeit nicht alle mir vorgemerkten Stände ansteuern konnte.

Den Tag ließ ich bei einem Gospelkonzert in der Gustav-Adolf-Kirche, Herschelstr. 14, in Charlottenburg ausklingen. Hierzu braucht es eine kurze S-Bahnfahrt (zwei Stationen) mit der Linie 41 bis zur Station Jungfernheide.

Ein wenig habe ich noch von der Gospelgruppe Lets's go! American Spirituals à capella gehört.

Nach einer Umbaupause und Soundcheck sollte es mit Kirk Smith und seiner Band weitergehen. Der Soundcheck zog sich sehr in die Länge. Nach einer guten halben Stunde und etlichen Zusatzmetern der Techniker began ein mitreißendes Konzert, in deren Verlauf nahezu alle Zuschauer standen und sich von der Musik mitreißen ließen.

Es war ein toller Abschluss vom Kirchentag. Auf dem Rückweg habe ich mir wieder eine Falafel gegönnt.

Sonntag 28. Mai 2017
Bei der Vorbesprechung zur Reise wurde entschieden, nicht am Abschlussgottesdienst in Wittenberg teilzunehmen. So galt es am Sonntagmorgen die letzte Etappe mit der U3 in Richtung Krumme Lanke in Angriff zu nehmen.

Ich war sehr früh dort und in Anbetracht des warmen Wetters habe ich die in der Nähe befindliche Eisdiele angesteuert und sehr gutes Eis verspeist. Da sich die urspünglich für 11.00 Uhr vereinbarte Abfahrt wegen Abstimmungsmängel zwischen den Pfarrern verzögerte, konnte ich anderen Mitreisenden auf die Eisdiele hinweisen und mir blieb noch Zeit für ein zweites Eis.

Während der Rückfahrt gelang es Herrn Herrmann die Jugendlichen zu provozieren. Somit kam ein Gespräch über die Nutzung der digitalen Form des Protestes und der Kommnikation zustande. Außerdem gab es einen kleinen Rückblick auf das Erlebte vom Kirchentag. Das Singen von Lieder wollte nicht so recht klappen. Gegen 23.00 Uhr wurde die Eissporthalle erreicht.