Noch immer ist die "Bibel aktuell"

„Bibel aktuell“ möchte sich auch 2018 einmal monatlich mit der Bibel und dem christlichen Glauben auseinandersetzen. Hierbei soll auch das aktuelle Geschehen nicht zu kurz kommen. Das Team freut sich über neue Teilnehmer und Themen, die Sie bewegen!

Rückblick auf das Reformationsjubiläum

Am 17.1.2018 kam Pfarrerin Bode zu Bibel Aktuell, um gemeinsam mit den Gesprächsteilnehmern nochmals auf das Reformationsjubiläum zurückzublicken. Zur Ergänzung der Gespräche zeigte als visuellen Rückblick Herr Damm Fotos von einer Fahrt im Jubiläumsjahr zu den Lutherstädten Erfurt und Wittenberg. 

Am Reformationstag 2016 hielten Papst Franziskus und der Präsident des Lutherischen Weltbundes gemeinsam einen Gottesdienst in Lund in Schweden zum Gedenken an die Reformation. In einer gemeinsamen Erklärung bekundeten beide Seiten, dass sie sich zu einer stärkeren künftigen Gemeinschaft verpflichtet sehen und verbleibende Hindernisse aus dem Weg räumen wollen.  Ein ökumenisches Gastgeschenk hatte der Papst nicht im Gepäck.  Einen Buß- und Versöhnungsgottesdienst haben Bischof Bedford -  Strohm und Kardinal Marx im März 2017 in Hildesheim gefeiert. Der Kardinal sprach dort von „einem Zeichen für ein versöhntes Miteinander.“ In der evangelischen Kirche spricht man von der „versöhnten Verschiedenheit“. 

In vielen Gemeinden der  Landeskirchen wurden am Reformationstag festliche Gottesdienste gefeiert, die sehr gut besucht waren. Das war überraschend und so wohl kaum erwartet worden. Es zeigt: Auch bei der heute oft vorhandenen Kirchenferne sind viele Menschen doch nach wie vor noch ihrem Glauben verbunden. Das ist ein hoffnungsvolles Zeichen. Und ist es nicht auch ein bedeutsames Zeichen, wenn am Reformationstag in der evangelischen Katharinenkirche der katholische und der evangelische Stadtdekan gemeinsam auf der Kanzel stehen. 

Insgesamt war dieses Jubiläum der Reformation sehr auf Luther, den Reformator zentriert. Die Vielfalt, der Kern des Reformationsgeschehens ist so nicht immer zum Ausdruck gekommen. In dieser Hinsicht wurde sicherlich manches mehr erwartet. Luther hat Probleme angesprochen, den Glauben neu in die Welt gebracht. Wir sollten uns aus dem Jubiläum mitnehmen, dass es auch heute noch gilt und auch möglich ist, Probleme anzusprechen und, wenn erforderlich, Strukturen zu ändern.  

Höhepunkte waren der Kirchentag in Berlin und Wittenberg - wenn auch mit weniger Besuchern als erwartet - sowie auch die Weltausstellung in Wittenberg. Wie zu Beginn der Lutherdekade von der Lutherbotschafterin Margot Käßmann angekündigt war das Jubiläum keine innerprotestantische Veranstaltung. Vielmehr war es offen für die weltliche Beteiligung und den internationalen Horizont. Das Fest wurde an vielen Orten froh gefeiert. In den Gemeinden, an der Basis wurde viel geboten. Es gab zahlreiche menschliche Begegnungen. Wie nie zuvor hatte das Jubiläum eine ökumenische Dimension, auch wenn in dieser Hinsicht noch viele Fragen offen blieben. „Heute verbindet katholische  und evangelische Christen mehr als sie trennt“, sagte der Limburger Bischof Bätzing anlässlich des Reformationstages. Freuen wir uns jetzt schon auf den 3. Ökumenischen Kirchentag, der 2021 in Frankfurt stattfindet.​

 

Norbert Hofmann

 

 

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Die Apostelgeschichte

Das eingangs gemeinsam gesungene Lied „Geist des Glaubens, Geist der Stärke, … der Apostel und Bekenner“,  war für Bibel Aktuell am 21. 2. 2018 die rechte Einstimmung auf das Thema des Abends: „Die Apostelgeschichte.“ Zunächst stellte Gemeindepädagoge Gerd Pfahl die  Apostel vor. Es sind 12 Männer aus dem weitaus größeren Kreis der Jünger von Jesus. Der bedeutendste dieser ursprünglichen Apostel war Petrus. Er verleugnete zwar 6 mal Jesus, doch er bereute und heilte daran. Im Gegensatz zu Judas, der Jesus verriet und daran verzweifelte. Allgemein bekannt ist der „ungläubige“ Thomas, der zunächst an der Auferstehung von Jesus zweifelte. Die 12 Apostel haben Jesus persönlich erlebt, waren Zeitzeugen. Sie konnten aus erster Hand  aus seinem Leben, von seinem Wirken berichten.

Das aus dem Griechischen stammende Wort Apostel bedeutet Sendbote. Gemeint ist ein Bote, der weiter sagt, was ihm gesagt, was ihm aufgetragen wurde. So wurden die Apostel von Jesus selbst beauftragt, seine frohe Botschaft in die Welt zu tragen. Im letzten Vers des Matthäusevangeliums ist die Beauftragung der Jünger beschrieben: „ und lehrt alle Menschen, alles zu befolgen, was ich Euch geboten habe.“

Die Apostelgeschichte berichtet über die unmittelbare Zeit nach dem Leben von Jesus. Sie wurde von dem Evangelisten Lukas verfasst. Sie ist, wie auch das Lukasevangelium, an Theophilus gerichtet. Lukas hat Jesus nicht persönlich erlebt. Er kann nur das wiedergeben, was er gehört hat, wobei er den Anspruch erhebt, gut und richtig recherchiert und damit wahr berichtet zu haben. Er will so erzählen, dass viele Menschen verstehen, wie es war.

Geschrieben wurde die Apostelgeschichte möglicherweise um 60 n. Chr., wahrscheinlich aber erst etwa 20 Jahre später. Sie beginnt mit dem Geschehen um das Pfingstereignis. Ab Kapitel 9 wird wesentlich über  Paulus berichtet, der zum Apostel erst nach der Auferstehung von Jesus  berufen wurde und dann gern das Wort Apostel zu seinem Namen hinzufügte. Im Gegensatz zu den frühen Aposteln hat Paulus Jesus nicht persönlich gekannt. Paulus arbeitete als Zeltmacher, mitunter auch auf seinen Reisen für seinen Unterhalt. Großen Raum in der Apostelgeschichte nehmen die 3 Missionsreisen des Paulus ein sowie überhaupt das Missionswerk der Apostel. Sehr realistisch beschreibt Lukas in der Apostelgeschichte die Gemeinschaft der ersten Christen und die Schwierigkeiten, die sie mit ihrem gemeindlichen Leben hatten. So gibt dieses im Neuen Testament direkt an die Evangelien anschließende Buch aufschlussreiche Kunde über die frühe Geschichte der Christenheit.

Norbert Hofmann

 

 

Die nächsten Termine

immer am 3. Mittwoch des Monats um 19.30 Uhr im Gemeindezentrum, Gerauer Str. 52, 60528 Frankfurt - wir freuen uns über jeden Gast und heißen Sie herzlich willkommen