Noch immer ist die "Bibel aktuell"

„Bibel aktuell“ möchte sich 2017 einmal monatlich mit der Bibel und dem christlichen Glauben auseinandersetzen. Hierbei soll auch das aktuelle Geschehen nicht zu kurz kommen. Das Team freut sich über neue Teilnehmer und Themen, die Sie bewegen!

Am 15. 2. 2017 kam Herr Professor Mühlmeier zu Bibel Aktuell. Anhand fundierter Fakten und Zeitangaben berichtete er über die biblischen Propheten. Deren Wirken erstreckte sich über viele Jahrhunderte der Geschichte des alten Israel. So füllen die Bücher der Propheten allein ein Viertel des Alten Testaments. Die erste Prophetin war Debora. Sie war eine Anführerin, eine Frau mit prophetischen Fähigkeiten. Über sie wird, da sie eine Richterin war, im Buch der Richter berichtet. Dieser Teil des Alten Testaments gibt Zeugnis vornehmlich über die Zeit von 1200 bis 1000 v. Chr. Auch vorher schon gab es prophetische Menschen.   

Die Gesellschaft des frühen Israel war durch Stämme und Sippen geprägt. Die Vorkommnisse des täglichen Lebens wurden durch Erzählen als Geschichten in mündlicher Form überliefert und von Generation zu Generation weitergegeben und gedeutet. Dabei fragte man nicht, ob es so war, wie es erzählt wurde. Wichtiger war die Frage, wozu war es geschehen?  Die Geschichten dienten letztendlich den Propheten dazu, dem Volk Israel Orientierung zu geben. Die Propheten waren die Mittler JAHWES in der Welt. Sie waren die Hüter des Erbes der Heilsgeschichte. Für sie war klar: Alles Leben wird bestimmt durch den Glauben an JAHWE, durch die Frage, was würde JAHWE dazu sagen. Die Berufung zum Propheten veränderte den Berufenen oft auch in seinem äußeren Verhalten, indem er eine Haltung einnahm, die man vorher nicht an ihm wahrgenommen hatte. In seinem Auftreten musste er manchmal zu Drohworten greifen oder andererseits Trost zusprechen.     

926 v. Chr. erfolgte die Reichsteilung in das Nordreich Israel und das Südreich Juda mit Jerusalem. Die Völker im Umland hatten viele Götter, Israel nur den einen Gott JAHWE. Dies musste zu Spannungen führen. Auch in Israel kam es zu Konflikten mit Baals-Anhängern. Es waren unter anderen die Propheten Elia und Elisa, die sich dagegen wandten. Als vorklassische Propheten, die ab 900 v. Chr. auftraten, ist ihr Wirken in Form von Geschichten überliefert, bei den klassischen Propheten im 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. ist es die wörtliche Rede.   

Als sich die Menschen immer mehr von Gott abwandten, nahmen der Prophet Amos und andere den Kampf dagegen auf. Sie klagten die Missstände an. Einer der wichtigsten Propheten, die ihre Gedanken auch aufgeschrieben haben, ist Jesaja. Er ist, wie später auch Jeremia und andere als Sprecher JAHWES aufgetreten. Das gesprochene Wort wurde wirkmächtig, wurde Wirklichkeit. Dabei kam es auch zu gleichzeitig gegensätzlichen Aussagen Prophet gegen Prophet.

586 wurde Jerusalem zerstört. Die alte Geschichte Israels war zu Ende, das neue Israel kommt. In diese Zeit hinein wirkt der Prophet Deuterojesaja, der 2. Jesaja. Bei ihm finden sich unter anderem die Gottesknechtlieder. Es folgen der Wiederaufbau, eine neue Grundordnung und noch weitere Propheten.   

                                                                                Norbert Hofmann  

Am 18. 1. 2017 waren „Bibelübersetzungen“ das Thema für Bibel Aktuell. Dafür brachte Dr. Dörken- Kucharz annähernd 20 verschiedene Bibelausgaben mit. Von der in 2016 vorgestellten neu überarbeiteten Lutherbibel, über die Lutherbibel 1984, die Einheitsübersetzung, die Zürcher Bibel, die Bibel in gerechter Sprache, die Gute Nachricht Bibel und andere bis zur Vulgata reichte die Spannweite.

Hatte Luther das Neue Testament in einigen Wochen auf der Wartburg noch alleine übersetzt, so wurde er bei der späteren Übersetzung der gesamten Bibel von Melanchton und anderen Schriftkundigen unterstützt. Für die Übersetzung des Neuen Testaments griff Luther auf den griechischen Urtext zurück, beim Alten Testament auf Quellen in hebräischer Schrift. Die zu Luthers Zeit von der Kirche genutzte Bibel war die Vulgata, die wohl auch Einfluss auf seine Übersetzungen hatte.

Die Vulgata entstand im 4. Jahrhundert nach Christus durch Hieronymus, der die vorliegenden Schriften aus dem Griechischen und Hebräischen in die lateinische Sprache übertrug. Damit war für die Westkirche das Lateinische maßgebend, in der Ostkirche blieb es beim Griechischen. Schon lange vor der Vulgata entstand die Septuaginta, in der alttestamentarische Schriften in die griechische Sprache übertragen wurden.    

Im weiteren Verlauf des Abends haben die Teilnehmer dann einzelne Bibelstellen in verschiedenen Bibeln gelesen und verglichen. Dabei war festzustellen, dass meist nur die Ausdrucksformen verschieden sind, nicht aber die Inhalte. Für kritisches Lesen sind Ausgaben mit Anmerkungen oft sehr hilfreich, in denen z. B. dargestellt wird, wie bestimmte Begriffe auch eine andere Bedeutung haben könnten. 

Man fragt sich: Warum gibt es immer wieder neue Bibelübersetzungen oder Überarbeitungen? Hier gibt vielleicht die neue 2,60 Euro Briefmarke eine Antwort. Darauf ist eine Seite einer der ersten gedruckten Lutherbibeln zu sehen, an deren Text selbst Luther schon handschriftliche Änderungen vorgenommen hat. 

                                                                                 Norbert Hofmann  

Herr Hofmann schreibt zu Bibel aktuell mit Pfarrerin Detrez:

 

Für den 20. 4. 2016 hatten sich für Bibel Aktuell Pfarrerin Detrez und die Teilnehmer das Thema Psalmen vorgenommen. Anhand des gemeinsam gelesenen Psalms 34 erläuterte die Pfarrerin die Struktur eines Psalms. Wesentliche Elemente sind Dank, Lob, Bitte, Klage. Dabei gibt es in einem Psalm nie nur Verzweiflung. Da ist es verständlich, dass bei den Psalmen auch von Lobpreisungen gesprochen wird, was auch der Bedeutung des Wortes im Hebräischen entspricht. Im Griechischen hingegen bedeutet der Begriff Saitenspiel. Dies deutet darauf hin, dass im frühen Israel die Psalmen musikalisch begleitet gesungen wurden. Sie waren in ihrer Gesamtheit somit Gebet- und Gesangbuch. In der sich anschließenden Aussprache kam es klar zum Ausdruck, welche Bedeutung in der Liturgie des Gottesdienstes das gemeinsame Sprechen eines Psalms auch heute noch hat. Gott wird gepriesen und gelobt. 

 

 

"Am 16. 3. 2016 zeigte Pfarrer Thomas Stephan bei Bibel Aktuell den gut in die Passionszeit passenden Film nach dem Roman „Die letzte Versuchung“ (Originaltitel: Ho teleutaios peirasmos) von Nikos Kazantzakis von Martin Scorsese aus dem Jahr 1988. Der Film ist nicht nur aufwühlend in seiner überrealistischen Darstellung der Lebensverhältnisse im Heiligen Land unter der römischen Herrschaft zur Zeit Jesus'. Die im Titel genannte letzte Versuchung fand im Film noch am Kreuz statt. Mit seiner daraus resultierenden Fragestellung „was wäre, wenn Jesus nicht am Kreuz gestorben wäre?“ hat er auch umfassende Denkanstöße zu wichtigen Glaubensinhalten gegeben. Eine mögliche Antwort auf diese Frage hat der Film versucht zu geben, indem er Paulus in das Geschehen einbezog. In der anschließenden Aussprache wird über Jesus' Opfertod, das Leben nach dem Tod und andere angrenzende Themen gesprochen. Wie der Einzelne auch diese oder jene Frage beantworten mag, wichtig ist, dass und wie man seinen Glauben lebt. Sicherlich werden auch über den Abend hinaus die Teilnehmer noch Anregung haben, über die vom Film aufgeworfenen Fragen nachzudenken. Eines stellt der Film in seiner Schlussszene dann doch klar: Jesus ist am Kreuz gestorben. Dem können wir noch hinzufügen: und am dritten Tage auferstanden." (Norbert Hofman für Bibel aktuell)

An dieser Stelle erinnern wir noch einmal an Frank H. Wilhelmi und Frau Anke Meyer und einen interessanten und aktuellen Vortrag im Februar 2016 zum Thema "Profit oder Nachhaltigkeit - welche Leitplanken braucht die Wirtschaft?"

 

Am 17. 2. 2016 fand im Rahmen von Bibel Aktuell ein Vortrag zu der Fragestellung „Profit oder Nachhaltigkeit, welche Leitplanken braucht die Wirtschaft?“ statt. Der Vortragende, Herr Wilhelmi, ist Mitglied der Forschungsgruppe „Ethisch-Ökologisches Rating“ an der Goethe-Universität Frankfurt. Mit anschaulichen Grafiken und leicht verständlichen Worten führte der Referent kurzweilig durch das Thema. Bewegt vernahmen die Teilnehmer die Zahlen über das soziale Ungleichgewicht  weltweit und den bedrückenden  Zustand unseres Planeten und der Schöpfung. Schnell wurde es jedem klar, wie dringend nötig hier ein Gegensteuern ist. Entgegen der Gier, die seit dem Sündenfall dem Menschen zu eigen ist, wie der Referent eingangs ausführte, müsste unser Handeln viel mehr von Nachhaltigkeit geprägt sein, von dem Denken an die nachfolgenden Generationen und die Schöpfung. Dabei steht der Mensch im Mittelpunkt. Entscheidend ist, was er denkt, woran er glaubt. Auch ein Unternehmer ist zuerst ein Mensch. Eine gute Orientierungshilfe für mensch-liches und unternehmerisches Tun und Lassen sind auch heute immer noch unsere christlichen Leitlinien.

Mit Hilfe eines Ratings hat die Forschungsgruppe ein Verfahren entwickelt, die Nachhaltigkeit eines Unternehmens zu bewerten.

Für den Zeitraum bis 2030 wurden 17 Ziele zur Verbesserung der Nachhaltigkeit erarbeitet. Dieser nach der Universität Hohenheim benannte Leitfaden definiert Nachhaltigkeit als Natur-, Kultur-, Sozial- Verträglichkeit unter Bewahrung der Schöpfung. Ausgehend von diesen Leitlinien wird es von der Gruppe angestrebt, diese Zielsetzungen in Gesetze einzubringen.  Man kann nur wünschen, dass dies gelingt. Damit würde den Unternehmungsleitungen Rückhalt gegeben, bei Entscheidungen Nachhaltigkeit überzogenem Profit voran zu stellen.

Die Zuhörer stellten Fragen zum Thema, gaben Anregungen und waren bis zum Ende der 1 ½ stündigen Veranstaltung aufmerksam dabei. Die Veranstalter freuten sich über die rege Beteiligung. Wer nicht dabei sein konnte, hat wirklich etwas verpasst. Die Veranstaltung fand statt im Rahmen von „Theologie leben“ der Erwachsenenbildung des Evangelischen Regionalverbandes. Auch in Zukunft sind weitere Vorträge zu den verschiedensten Themen von der Gruppe Bibel Aktuell vorgesehen.

 (Norbert Hofmann und Reinhardt Damm für Bibel aktuell)

reinhardtdamm@pgg-ffm.de

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