Frankfurter Geschichten für die Bürgerstiftung

Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah! Frei nach dem Ur-Frankfurter Johann Wolfgang von Goethe ging die Diakonische Bürgerstiftung Niederrad der evangelischen Paul-Gerhardt-Gemeinde in diesem Herbst nicht auf Reisen, sondern nur „hibbdebach“, also ans nördliche Mainufer. Die gerade eröffnete „neue Altstadt“ ist ein echter Besucher-Magnet, wie sich in der Vorplanung des Ausflugs Ende Oktober zeigte: Mehr als 70 Anmeldungen für den Ausflug gingen im Sommer binnen kürzester Zeit ein. 

Und so teilten sich die Niederräder am Brunnen der Justiziagleich in drei Gruppen auf, die von den drei StadtführerInnen Nora Bettag, Hannes Pflügner und Frank Seibold kundig durch die Straßen der neuen Altstadt geführt wurden. 35 Häuser seien dort auf insgesamt 7700 Quadratmetern Fläche neu errichtet worden, 15 davon als Rekonstruktionen, 20 als echte Neubauten, berichtete Nora Bettag in ihrer Gruppe. 

(Von ihren Zuhörerinnen konnte sich durchaus die eine oder der andere an die Vorgeschichte des Areals erinnern, dass am 18. und 22. März 1944 so furchtbar zerstört worden war. Lange Zeit war dort nach dem Krieg nichts passiert, vielmehr war dort ein großer Parkplatz entstanden. Dann kam Ende der 1960er-Jahre das technische Rathaus, das später wegen Asbestbelastung abgerissen werden musste – es entstand die neue Altstadt, mit Geschäften und Restaurationsbetrieben, die jetzt nach und nach öffnen, und mit 60 bis 80 Wohnungen, wie Nora Bettag berichtete. Deren Eigentümer sind übrigens alle in einer einzigen Wohnungseigentümergemeinschaft „vereint“ – so wie ja auch alle Häuser des „Dom-Römer-Projekts“ gleichzeitig entstanden sind, wenn auch von unterschiedlichen Architekten gebaut.)

Stichtag, erinnerte Bettag, sei der 21. März 1944 gewesen – also vor dem letzten Bombenangriff: So wie damals die Straßen lagen und die Gebäude zugeschnitten waren, so wurde schließlich neu errichtet. 

Manches von dem, was die Stadtführer erzählten, war den Besuchern aus dem nahen Niederrad durchaus aus der Zeitung oder aus dem Fernsehen präsent. Doch so viele Geschichten rund um die neue Altstadt gibt es zu erzählen – über Bauvorschriften ebenso wie über den uralten Krönungsweg, über die viel kritisierte Pergola an der Südseite vom „Markt“ und über  eingebaute „Spolien“, Bau-Fragmente und –Kunstwerke, die in die neuen Gebäude eingebaut worden sind. 

(Lebendig wurde die Geschichte auch über frühere Bewohner, der Altstadt, zum Beispiel ehemals reiche, aber später verarmte Patrizier aus den fernen Niederlanden, die als Glaubensflüchtlinge vor den katholischen Spaniern Ende des 16. Jahrhunderts nach Frankfurt kamen und hier die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt entscheidend voranbrachten. )

Und natürlich spielte auch der bereits genannte Ur-Frankfurter Goethe eine Rolle, der am alten Hühnermarkt im „Haus der Tante Melber“ in ganz jungen Jahren zeitweise gelebt hat, als das familieneigene Haus am Hirschgraben gerade renoviert wurde. 

Am Hühnermarkt steht auch der Stoltze-Brunnen, der an den Frankfurter Mundartdichter und Kämpfer für die Pressefreiheit Friedrich Stoltze erinnert. Hier zeigte sich, dass die Niederräder, wenn auch erst spät eingemeindet, doch gute Frankfurter geworden sind: Selbst die dritte Strophe des Gedichts „Frankfurt“, die über die Offenbacher, konnte eine der Zuhörerinnen fehlerfrei rezitieren. 

Nach 90 Minuten Stadtführung, voll gepackt mit Informationen über das alte und das neue Frankfurt, klang der Ausflug der Bürgerstiftung mit einem gemütlich-zünftigen Mittagessen am Dom aus. „Das Neue stürzt, und altes Leben blüht aus den Ruinen“ – der Sinnspruch am Glauburger Hof in der Braubachstraße, frei nach Schiller, mag in manchem der Teilnehmer noch nachgeklungen haben. Quicklebendig kamen jedenfalls alle zurück nach Niederrad. ​​Hauke Gerlof​  

 

 

Das Kirchenjahr

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Bericht von Bibel Aktuell mit Prodekanin Dr Schoen

Gärten – Spuren paradiesischer Erinnerungen

Mit diesem Thema kam am 19. September 2018 Prodekanin Frau Dr. Schoen zu Bibel Aktuell. Auf ihre Anregung hin berichteten Teilnehmer zunächst, was sie mit dem Begriff Gärten verbinden: In schlechten Zeiten waren Gärten wichtig für die tägliche Nahrung. Heute ist für Menschen oft ihr Garten wie ein Paradies, in dem sie Ruhe und Entspannung finden.

Beim folgenden Gespräch ergaben sich noch weitere Assoziationen zum Begriff Gärten: Im Gegensatz zur Wüste sind Gärten ein Beispiel für Lebensmacht und Vitalkraft oder auch für einen geschützten Raum.Gärten können auch ein Symbol sein, wie der Garten Gethsemane für die Passionsgeschichte oder Gärten im alten Persien für das Paradies. In der Offenbarung wird im Neuen Testament das neue Jerusalem als eine Gartenstadt entworfen.

 

Als biblische Grundlage für das Thema hatte die Referentin das Buch des Propheten Hesekiel, Kapitel 36, gewählt. Es berichtet aus der Zeit des Exils des Volkes Israel in Babylon um 587 v. Chr. Jerusalem war zerstört. Da verheißt der Prophet als die Stimme Gottes: „Die Trümmer sollen wieder aufgebaut werden. Das verwüstete Land soll wieder gepflügt werden. Und man wird sagen…..jetzt ist´s wie der Garten Eden.“

In der Exilzeit erleben die Verbannten, wie Gott sich trotz seiner Abkehr dem Volk wieder zuwendet. Einem Volk, das eine besondere Pflege erfährt wie ein Garten. In dieser Zeit wird der Glaube an den einen Gott wieder wichtig. Dabei war der Garten wie ein Hoffnungsbild, aus dem eine neue Gott – Mensch Beziehung wachsen konnte. ​

Norbert Hofmann

 

 

 

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